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Technische Fragen Fahrprüfung: So klappt die Sicherheitskontrolle

Aktualisiert

Vor der Prüfungsfahrt prüft der Prüfer in der Klasse B drei Punkte der Sicherheitskontrolle, stichprobenartig und aus verschiedenen Themenbereichen: Reifen, Beleuchtung und Hupe, Rückstrahler, Lenkung, Bremsen oder Flüssigkeitsstände. Du zeigst die Kontrolle am Auto, ohne Werkzeug, und ein Fehler allein führt nicht zum Nichtbestehen.

Hier findest du alle Prüfpunkte aus der Prüfungsrichtlinie, wie du sie am Auto zeigst und was vor und nach der Fahrt sonst noch zählt.

Sicherheitskontrolle statt Abfahrtkontrolle

Im Alltag heißt dieser Teil oft „technische Fragen“ oder „Abfahrtkontrolle“. Offiziell spricht die Prüfungsrichtlinie in der Klasse B von der Sicherheitskontrolle. Eine Abfahrtkontrolle mit Aufgabenkarten gibt es nur in den Klassen C, C1, D, D1 und T, also bei Lkw, Bus und Traktor. Für dich gilt: In jeder Prüfung wählt der Prüfer vor der Fahrt drei Prüfpunkte aus verschiedenen Themenbereichen. Alles muss ohne Werkzeug und ohne Hilfsmittel machbar sein, und geprüft wird nur, was am Prüfungsauto vorhanden ist.

Alle Themenbereiche im Überblick

ThemenbereichWas du zeigen oder erklären können solltest
ReifenSchäden erkennen, Profiltiefe beurteilen, Reifendruck einordnen
Licht, Blinker, HupeStandlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Schlussleuchten mit Kennzeichenbeleuchtung, Nebelschlussleuchte, Warnblinkanlage, Blinker, Bremsleuchten und Hupe ein- und ausschalten oder prüfen; Kontrollleuchten benennen
Rückstrahlervorhanden und unbeschädigt?
LenkungLenkschloss entriegeln
BremsanlageFunktion der Betriebsbremse und der Feststellbremse prüfen
FlüssigkeitsständeMotoröl, Kühlmittel und Scheibenwaschflüssigkeit kontrollieren

So zeigst du die Prüfpunkte am Auto

Reifen

Schau auf Risse, Beulen und eingefahrene Fremdkörper. Gesetzlich muss das Hauptprofil, also die breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, rundum mindestens 1,6 Millimeter tief sein (§ 36 StVZO). Den passenden Reifendruck gibt der Hersteller vor. Wo er beim Prüfungsauto steht, zeigt dir dein Fahrlehrer.

Beleuchtung und Hupe

Schalte jede Lichtart einzeln ein und erkläre, woran du die Funktion erkennst: am Lichtschein, an der Kontrollleuchte im Cockpit oder bei einem Gang ums Auto. Bremsleuchten siehst du allein schlecht, also sag, wie du sie prüfen würdest, etwa mit einer zweiten Person oder über die Spiegelung in einer Scheibe. Präge dir die Symbole für Abblendlicht, Fernlicht und Nebelschlussleuchte ein.

Lenkung und Bremsen

Beim Lenkschloss zeigst du, wie du ein eingerastetes Lenkrad wieder löst. Die Betriebsbremse prüfst du durch kräftiges Treten: Das Pedal muss fest bleiben und darf nicht durchsacken. Bei der Feststellbremse ziehst du den Hebel oder betätigst den Schalter und achtest auf die Kontrollleuchte.

Flüssigkeitsstände

Öl, Kühlmittel und Wischwasser sitzen je nach Modell an unterschiedlichen Stellen. Lass dir am Prüfungsauto zeigen, wo Messstab, Behälter oder Anzeige sind und welche Markierungen gelten. Den Deckel des Kühlmittelbehälters öffnest du bei warmem Motor nicht; den Füllstand liest du an den Markierungen außen ab.

So kann die Abfrage klingen

Der Prüfer formuliert seine Aufgaben meist knapp. Drei Beispiele, wie du darauf reagieren kannst:

Antworte ruhig und zeig es am Auto, statt nur zu beschreiben. Wenn du eine Frage nicht verstehst, frag nach.

Kontrollleuchten: die Farblogik

Grob gilt im Cockpit eine Ampellogik. Rot warnt vor einer Gefahr, bei der du an sicherer Stelle anhalten solltest, etwa beim Öldruck oder bei der Bremse. Gelb oder Orange weist auf eine Störung hin, die du bald prüfen lassen solltest. Grün zeigt, dass eine Funktion eingeschaltet ist, zum Beispiel Blinker oder Abblendlicht, und Blau ist dem Fernlicht vorbehalten. Symbole und Farben können je nach Hersteller abweichen, die Betriebsanleitung des Prüfungsautos hat das letzte Wort.

Besonderheiten bei Automatik und Elektroauto

Geprüft wird nur, was am Auto vorhanden ist. Ein reines Elektroauto hat keinen Motorölstand, den du kontrollieren könntest; viele Autos haben statt Handbremshebel eine elektrische Feststellbremse mit Schalter. Bei Fahrzeugen ohne Kupplungspedal richtet sich die Sicherung gegen Wegrollen nach der Empfehlung des Herstellers. Machst du die Prüfung im Automatikauto, lohnt der Beitrag Automatik oder Schaltung.

Was außerdem vor der Fahrt zählt

Zur fahrtechnischen Vorbereitung gehört, dass du Sitz samt Kopfstütze und gegebenenfalls das Lenkrad einstellst, den Gurt anlegst, die Spiegel richtest und auf geschlossene Türen achtest. Du musst mit den Bedienelementen vertraut sein. Nutzt du Assistenzsysteme, bedienst du sie selbst. Ob Systeme, die Lenken oder Bremsen übernehmen können, aktiv sein dürfen, entscheidet der Prüfer.

Und nach der Fahrt: der fahrtechnische Abschluss

Auch das Abstellen gehört zur Prüfung. Sichere das Auto gegen Wegrollen mit eingelegtem Gang und/oder Feststellbremse, an Steigung oder Gefälle mit beidem. Bei Autos ohne Kupplungspedal folgst du der Empfehlung aus der Betriebsanleitung. Sichere das Auto gegen unbefugte Benutzung und schau vor dem Öffnen der Tür nach hinten, besonders nach Radfahrern und E-Scootern.

Lernplan: in drei Fahrstunden sicher

  1. Stunde 1: Lass dir alle sechs Bereiche am Prüfungsauto zeigen und fotografiere Motorraum und Cockpit-Symbole.
  2. Stunde 2: Erkläre zu Beginn der Stunde zwei Punkte laut, als säße der Prüfer schon im Auto.
  3. Stunde 3: Lass dich zufällig drei Punkte aus verschiedenen Bereichen abfragen, genau wie in der Prüfung.

Zwischen den Stunden hilft eine kleine Liste auf dem Handy mit allen sechs Bereichen und den Handgriffen, die du am Prüfungsauto gesehen hast. Fünf Minuten vor der Prüfung reicht ein Blick darauf.

Ruhig üben lässt sich das auch auf einem Verkehrsübungsplatz. Wie die Sicherheitskontrolle in den Prüfungstag passt, steht im Beitrag Ablauf der praktischen Fahrprüfung und in unserer Checkliste für den Prüfungstag. Für Licht und Kontrollleuchten lohnt außerdem der Beitrag Fahren bei Nacht, denn auf der Nachtfahrt brauchst du genau dieses Wissen.

Die Technik übst du am besten direkt am Auto. Für die Fahrt selbst hilft SteerClear: Nach jeder Fahrstunde erklärt Mac, der KI-Coach der App, was gut lief und woran du als Nächstes arbeiten solltest. SteerClear ist unabhängig und gehört weder zu TÜV noch zu DEKRA.

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Unsere Mission: den Führerschein günstiger machen

Der größte Posten in den Zahlen oben sind bezahlte Fahrstunden – und wie viele du brauchst, hängt davon ab, was zwischen ihnen passiert. SteerClear will die Gesamtkosten senken: strukturiertes Üben auf Routen rund um die Prüfstelle zwischen den Stunden, damit jede bezahlte Stunde dich weiterbringt. Der Führerschein darf keine finanzielle Last sein.

FAQ

Wie viele technische Fragen kommen in der Fahrprüfung Klasse B?

Drei. Der Prüfer wählt vor der Fahrt stichprobenartig drei Prüfpunkte aus verschiedenen Themenbereichen der Sicherheitskontrolle, etwa Beleuchtung, Reifen und Flüssigkeitsstände.

Falle ich durch, wenn ich eine technische Frage nicht beantworten kann?

Nein. Fehler bei der Sicherheitskontrolle führen laut Prüfungsrichtlinie allein nicht zum Nichtbestehen. Entscheidend sind die Prüfungsfahrt und die Grundfahraufgaben.

Muss ich in der Fahrprüfung die Motorhaube öffnen?

Das kann passieren, wenn der Prüfer Motoröl, Kühlmittel oder Scheibenwaschflüssigkeit wählt. Alles muss ohne Werkzeug machbar sein. Übe das Öffnen der Haube am Prüfungsauto vorher mit deinem Fahrlehrer.

Wie tief muss das Reifenprofil mindestens sein?

Mindestens 1,6 Millimeter im Hauptprofil, also in den breiten Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, und zwar am ganzen Umfang. So steht es in § 36 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.

Gibt es in Klasse B eine Abfahrtkontrolle?

Nicht unter diesem Namen. Die Abfahrtkontrolle mit Aufgabenkarten gilt für die Klassen C, C1, D, D1 und T. In Klasse B heißt der vergleichbare Teil Sicherheitskontrolle und umfasst drei Prüfpunkte.

Muss ich Warnblinker und Nebelschlussleuchte kennen?

Ja, beide stehen in der Liste der prüfbaren Leuchten, ebenso Standlicht, Abblend- und Fernlicht, Schlussleuchten mit Kennzeichenbeleuchtung, Blinker, Bremsleuchten und Hupe. Auch die zugehörigen Kontrollleuchten solltest du benennen können.

Quellen

  1. Prüfungsrichtlinien für die theoretische und praktische Fahrerlaubnisprüfung, Stand 01.01.2021 (TÜV | DEKRA arge tp 21, PDF)
  2. Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Anlage 7 – Fahrerlaubnisprüfung
  3. Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), § 36 Bereifung und Laufflächen
  4. TÜV NORD: Praktische Führerscheinprüfung

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