Fahrprüfung Dauer: Wie lange die praktische Prüfung 2026 wirklich geht
Aktualisiert
Die praktische Fahrprüfung der Klasse B dauert laut Fahrerlaubnis-Verordnung mindestens 55 Minuten, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit. Grundfahraufgaben, Sicherheitskontrolle, Begrüßung und Ergebnis zählen nicht zur Fahrzeit, und wenn ein entscheidender Fehler passiert, kann die Prüfung auch deutlich früher enden.
Stand Oktober 2026 gelten diese Werte weiter. Ein Reformentwurf will sie auf 40 und 25 Minuten senken, beschlossen ist er aber noch nicht.
Wie lange dauert die praktische Fahrprüfung genau?
Anlage 7 der Fahrerlaubnis-Verordnung legt Mindestzeiten fest. Für den Pkw-Führerschein sind es 55 Minuten Prüfungsdauer insgesamt. Darin stecken mindestens 30 Minuten, in denen du tatsächlich im Verkehr unterwegs bist. Die übrigen Minuten verteilen sich auf alles, was vor, zwischen und nach der Fahrt passiert.
| Klasse | Prüfungsdauer gesamt | davon reine Fahrzeit |
|---|---|---|
| B (auch Begleitetes Fahren ab 17) | 55 Minuten | 30 Minuten |
| BE (mit Anhänger) | 55 Minuten | 30 Minuten |
| AM (Moped) | 55 Minuten | 30 Minuten |
| A1 (Leichtkraftrad) | 70 Minuten | 30 Minuten |
| A2 und A im Direkteinstieg | 70 Minuten | 30 Minuten |
| A2 und A als Aufstieg nach zwei Jahren Vorbesitz | 60 Minuten | 30 Minuten |
| C, CE, C1, C1E, D und D1 | 85 Minuten | 50 Minuten |
| T (Traktor) | 70 Minuten | 35 Minuten |
Es handelt sich um Mindestwerte, die gelten, solange du nicht vorher gezeigt hast, dass du den Anforderungen nicht gewachsen bist. TÜV NORD nennt in seinen Antworten zur Führerscheinprüfung für die Klassen B und BE ebenfalls 55 Minuten.
Was zählt zur Fahrzeit und was nicht?
Die reine Fahrzeit umfasst nur die Prüfungsfahrt. Ausdrücklich nicht dazu gehören laut Verordnung die Grundfahraufgaben, die Sicherheitskontrolle sowie die Vor- und Nachbereitung, etwa die Bekanntgabe des Ergebnisses. So verteilen sich die 55 Minuten:
| Abschnitt | zählt zur Fahrzeit? |
|---|---|
| Begrüßung, Ausweiskontrolle, Erklärung der Anweisungen | nein |
| Sicherheitskontrolle mit drei Prüfpunkten, Einstellen von Sitz und Spiegeln | nein |
| Prüfungsfahrt innerorts und außerorts | ja, mindestens 30 Minuten |
| Drei Grundfahraufgaben | nein |
| Ergebnis und mündliche Rückmeldung | nein |
Eine feste Reihenfolge schreibt die Verordnung nicht vor. Die Anforderungen an die Rangieraufgaben stehen im Guide Grundfahraufgaben, die Prüfpunkte vor der Abfahrt im Guide technische Fragen.
Warum die Prüfung länger dauert als die Fahrt
Mindestens 25 der 55 Minuten zählen nicht zur Fahrzeit, und das hat Gründe. Vor dem Start prüft der Prüfer deine Identität anhand von Personalausweis oder Reisepass und erklärt dir, wie er Anweisungen gibt. Danach folgen die Sicherheitskontrolle und das Einstellen des Autos. Unterwegs kommen die drei Grundfahraufgaben hinzu, die auf verkehrsarmen Straßen oder Plätzen stattfinden.
Auch das Ende braucht Zeit. Seit 2021 dokumentiert der Prüfer deine Leistung in einem elektronischen Prüfprotokoll und schätzt danach jede Fahraufgabe und jeden Kompetenzbereich ein. Anschließend bekommst du eine mündliche Rückmeldung und eine schriftliche Auswertung mit Stärken, Fehlern und Hinweisen zum Weiterüben. Diese Nachbesprechung ist Teil der Prüfung, plane also keinen Anschlusstermin direkt danach.
Was die 30 Minuten für deine Vorbereitung bedeuten
Eine halbe Stunde konzentriertes Fahren ohne Hilfe vom Beifahrersitz ist anstrengender, als es klingt. Fahre deshalb in den letzten Wochen regelmäßig mindestens 30 Minuten am Stück, mit Stadt, Landstraße und, wenn möglich, Autobahn. Achte darauf, dass deine Konzentration gegen Ende nicht nachlässt, denn bewertet wird die Fahrt bis zum Abstellen des Autos. Die Grundfahraufgaben kommen außerhalb dieser Zeit dazu. Übe sie deshalb auch dann, wenn du schon müde bist, so wie es in der Prüfung passieren kann.
Wie viel davon ist Stadt, Landstraße und Autobahn?
Etwa die Hälfte der Fahrzeit soll laut Anlage 7 außerhalb geschlossener Ortschaften liegen, möglichst inklusive Autobahn oder einer Kraftfahrstraße mit getrennten Fahrbahnen und mindestens zwei Fahrstreifen je Richtung. Bei 30 Minuten Fahrzeit sind das grob 15 Minuten außerorts. Ob die Autobahn dabei ist, hängt vom Prüfort ab, denn die Verordnung verlangt sie nur, soweit es möglich ist. Laut einer Auswertung der BASt wurde 2022 an rund zehn Prozent der Prüforte in bestandenen Prüfungen der Klasse B nie eine Autobahnfahrt dokumentiert. Wie der innerörtliche Teil abläuft, beschreibt der Beitrag Stadtfahren in der Prüfung. Für den Abschnitt nach Wegweisern oder Navi lohnt der Beitrag zum selbstständigen Fahren.
Wann endet die Prüfung früher?
Die Mindestdauer ist kein Anspruch auf 55 Minuten. Die Verordnung sieht vor, dass die Prüfungsfahrt endet, sobald feststeht, dass du den Anforderungen nicht gerecht wirst, zum Beispiel nach einer Gefährdung. Eine auffällig kurze Prüfung ist deshalb meist kein gutes Zeichen. Eine lange Prüfung ist umgekehrt keine Zusage, denn der Prüfer bewertet am Ende die gesamte Fahrt. Welche Fehler zum vorzeitigen Ende führen, liest du im Guide Fahrprüfung Abbruch.
Sonderfall Automatik und B197
Legst du die Prüfung im Automatikauto ab, gelten ebenfalls 55 Minuten. Zehn Minuten kürzer ist nur eine Prüfung, die ausschließlich dazu dient, eine bestehende Beschränkung auf Automatik aufzuheben oder die Schlüsselzahl 197 wieder austragen zu lassen. Ob sich B197 für dich lohnt, erklärt der Beitrag Automatik oder Schaltung.
Reform: 40 Minuten ab Juli 2027?
Die Bundesregierung hat 2026 eine Verordnung zur Modernisierung der Fahrschulausbildung vorgelegt, die dem Bundesrat als Drucksache 365/26 zugeleitet wurde. Für die Klassen B und BE sieht sie eine Mindestdauer von 40 Minuten mit 25 Minuten Fahrzeit vor. Diese Änderung soll laut Entwurf am 1. Juli 2027 in Kraft treten. Stand Oktober 2026 hat der Bundesrat noch nicht zugestimmt, Termine und Details können sich also noch verschieben. Bis dahin gilt: 55 Minuten. Mehr zu den Plänen steht im Beitrag Führerschein-Reform 2026.
So planst du den Prüfungstag zeitlich
- Rechne für deine eigene Prüfung mit gut einer Stunde, dazu kommt der Weg zum Treffpunkt, den deine Fahrschule nennt.
- Stellt dein Fahrlehrer mehrere Prüflinge vor, soll die nächste Prüfung laut Prüfungsrichtlinie möglichst dort beginnen, wo die vorherige endete. Plane Puffer ein, wenn du nicht als Erster dran bist.
- Mit Zustimmung aller Beteiligten darf ein weiterer Bewerber mitfahren. Lass dich davon nicht aus dem Konzept bringen.
- Start- und Endpunkt sollen so liegen, dass du zumutbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterkommst.
- Eine Generalprobe über die volle Länge mit deinem Fahrlehrer zeigt dir, ob deine Konzentration 30 Minuten am Stück hält.
Für diese Generalprobe eignet sich der Probe-Test in SteerClear: Er bewertet die Fahrt nach Fehlerarten, und in der Wiedergabe auf der Karte siehst du hinterher, an welcher Stelle die Konzentration nachließ. SteerClear ist unabhängig und weder mit TÜV, DEKRA noch mit den Fahrerlaubnisbehörden verbunden.
Unsere Mission: den Führerschein günstiger machen
Der größte Posten in den Zahlen oben sind bezahlte Fahrstunden – und wie viele du brauchst, hängt davon ab, was zwischen ihnen passiert. SteerClear will die Gesamtkosten senken: strukturiertes Üben auf Routen rund um die Prüfstelle zwischen den Stunden, damit jede bezahlte Stunde dich weiterbringt. Der Führerschein darf keine finanzielle Last sein.
FAQ
Wie lange dauert die praktische Fahrprüfung Klasse B?
Mindestens 55 Minuten insgesamt, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit. Das regelt Anlage 7 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Grundfahraufgaben, Sicherheitskontrolle und die Ergebnisbesprechung kommen zur Fahrzeit hinzu.
Zählen die Grundfahraufgaben zur Fahrzeit?
Nein. Die 30 Minuten verstehen sich ohne Grundfahraufgaben, ohne Sicherheitskontrolle und ohne Vor- und Nachbereitung wie die Bekanntgabe des Ergebnisses.
Kann die Prüfung kürzer als 55 Minuten sein?
Ja. Zeigt sich vorher, dass du den Anforderungen nicht gerecht wirst, etwa nach einer Gefährdung, soll der Prüfer die Fahrt beenden. Zehn Minuten kürzer ist außerdem eine Prüfung, die nur die Automatik-Beschränkung aufhebt oder die Schlüsselzahl 197 austrägt.
Wird die Fahrprüfung durch die Reform kürzer?
Geplant ist es. Der Verordnungsentwurf der Bundesregierung sieht für Klasse B 40 Minuten mit 25 Minuten Fahrzeit vor, laut Entwurf ab dem 1. Juli 2027. Stand Oktober 2026 fehlt noch die Zustimmung des Bundesrats, deshalb gelten weiterhin 55 Minuten.
Wie viel der Prüfung findet außerorts statt?
Etwa die Hälfte der Fahrzeit soll außerhalb geschlossener Ortschaften liegen, möglichst mit Autobahn oder einer vergleichbaren Kraftfahrstraße. Ob das klappt, hängt von der Umgebung deines Prüforts ab.
Dauert die Prüfung im Automatikauto kürzer?
Nein, auch im Automatikauto dauert die Prüfung mindestens 55 Minuten. Nur eine Prüfung, die ausschließlich eine Automatik-Beschränkung aufhebt oder B197 austrägt, ist zehn Minuten kürzer.
Quellen
- Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Anlage 7 – Fahrerlaubnisprüfung
- Bundesrat, Drucksache 365/26: Entwurf der Fahrschulmodernisierungs-Verordnung (PDF)
- Bundesrat: Beratungsvorgang 365/26 (Fahrschulmodernisierungs-Verordnung)
- Prüfungsrichtlinien für die theoretische und praktische Fahrerlaubnisprüfung, Stand 01.01.2021 (TÜV | DEKRA arge tp 21, PDF)
- TÜV NORD: FAQ zur Führerscheinprüfung
- Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt): Optimierung der praktischen Fahrerlaubnisprüfung – Auftrag zur Evaluierung (März 2025, PDF)
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